
Die Thoraxchirurgie ist eine hochspezialisierte chirurgische Disziplin, die sich mit Erkrankungen, Verletzungen und Fehlbildungen des Brustkorbs befasst. Dazu gehören die Lunge, die Pleura, das Mediastinum und die Brustwand – mit Ausnahme des Herzens. Die Facharztrichtung erfordert operative Präzision, interdisziplinäres Denken und hohe Belastbarkeit.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
Fachprofil & Tätigkeiten: Operative Behandlung von Erkrankungen von Lunge, Mediastinum, Pleura und Brustwand mit offenen, minimalinvasiven (VATS) und zunehmend roboterassistierten Verfahren inkl. intensiver prä- und postoperativer Betreuung
Weiterbildung in der Schweiz: 6 Jahre Weiterbildung gemäss SIWF (2 Jahre Basisweiterbildung Chirurgie, 4 Jahre Thoraxchirurgie mit mind. 3 Jahren an Kategorie-A-Kliniken wie USZ Zürich, Inselspital Bern oder CHUV Lausanne) plus Logbuch und Facharztprüfung zum Titel „Facharzt für Thoraxchirurgie (FMH)“
Gehalt: Assistenzärzte im chirurgischen Bereich ca. CHF 80’000–110’000 jährlich, Fachärzte Thoraxchirurgie ca. CHF 140’000–180’000, Oberärzte ca. CHF 180’000–220’000 und leitende Thoraxchirurgen häufig mehr als CHF 250’000 pro Jahr
Arbeitsorte: Vor allem universitäre und grosse kantonale Spitäler (u. a. USZ, Inselspital Bern, Universitätsspital Basel, CHUV Lausanne, Hôpitaux universitaires de Genève) sowie einzelne regionale Spitäler, Forschungsinstitute und selten Gutachten‑ oder Medizintechnik-Tätigkeit ausserhalb der Klinik
Wie wird man Thoraxchirurg?
Die Weiterbildung zum Facharzt für Thoraxchirurgie in der Schweiz setzt ein abgeschlossenes Medizinstudium mit eidgenössischem Arztdiplom oder einer anerkannten ausländischen Qualifikation voraus. Danach erfolgt die strukturierte Weiterbildung gemäss der Weiterbildungsordnung (WBO) des Schweizerischen Instituts für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF).
Die Weiterbildung dauert insgesamt 6 Jahre und gliedert sich wie folgt:
- 2 Jahre Chirurgie (Basisweiterbildung)
- 4 Jahre fachspezifische Thoraxchirurgie
Von den vier fachspezifischen Jahren müssen mindestens drei Jahre an einer anerkannten Weiterbildungsstätte der Kategorie A absolviert werden, beispielsweise am Universitätsspital Zürich (USZ), Inselspital Bern oder CHUV Lausanne. Ein Jahr kann an einer Klinik der Kategorie B oder im Ausland erfolgen, sofern sie vom SIWF anerkannt ist. Der Lernzielkatalog umfasst operative Techniken, intensivmedizinische Betreuung und Kenntnisse in Lungenphysiologie, Anästhesie und Onkologie.
Am Ende der Weiterbildung steht die Facharztprüfung, die von der Schweizerischen Gesellschaft für Thoraxchirurgie organisiert wird. Nach Bestehen der Prüfung wird der eidgenössische Titel „Facharzt für Thoraxchirurgie (FMH)“ verliehen. Mehr zur Weiterbildung hier:
Übersicht aller Facharztausbildungen und Fachrichtungen in der Schweiz:
Thoraxchirurgie – Aufgaben
Thoraxchirurgen sind auf operative Eingriffe im Brustraum spezialisiert. Sie führen sowohl offene als auch minimalinvasive Operationen durch, um Erkrankungen der Lunge, des Rippenfells, des Mediastinums und der Brustwand zu behandeln.
Zu den typischen Operationen gehören:
- Entfernung von Lungentumoren (Lobektomie, Segmentresektion, Pneumonektomie)
- Eingriffe bei Lungenmetastasen oder gutartigen Tumoren
- Operationen am Mediastinum, z. B. Entfernung von Thymomen
- Chirurgische Behandlung des Pneumothorax oder Empyems
- Rekonstruktion der Brustwand nach Tumoren oder Verletzungen
- Videoassistierte Thorakoskopie (VATS) und roboterassistierte Chirurgie
Neben der Chirurgie gehört auch die interdisziplinäre präoperative Diagnostik (Bronchoskopie, EBUS, Bildgebung, Lungenfunktion) und die postoperative Betreuung zu den Kernaufgaben. Thoraxchirurgen übernehmen häufig die intensivmedizinische Versorgung nach grossen Eingriffen und arbeiten eng mit Pneumologen, Onkologen, Anästhesisten und Radiologen zusammen.
Ein wachsender Bereich ist die minimalinvasive und robotergestützte Chirurgie, die zunehmend Standard bei komplexen Eingriffen wird. Moderne Systeme ermöglichen präzisere Schnitte und schnellere Genesung – ein Feld, in dem die Schweiz zu den führenden Ländern Europas gehört.
Neben der klinischen Tätigkeit sind Thoraxchirurgen oft in Forschung und Lehre aktiv, etwa bei der Entwicklung neuer Operationsmethoden, der Verbesserung der postoperativen Rehabilitation oder in der translationalen Lungenkrebsforschung.
Für wen ist die Fachrichtung Thoraxchirurgie interessant?
Die Thoraxchirurgie richtet sich an Ärzte mit grossem technischem Interesse und hoher Belastbarkeit. Wer Freude an operativer Präzision, Teamarbeit im Operationssaal und komplexer Medizin hat, findet hier ein hochspezialisiertes Arbeitsfeld.
Wichtig sind manuelle Geschicklichkeit, räumliches Denken und Stressresistenz – denn thoraxchirurgische Eingriffe erfordern Konzentration und Erfahrung, häufig unter Zeitdruck. Auch Ausdauer spielt eine grosse Rolle: grosse Operationen können mehrere Stunden dauern und setzen körperliche wie mentale Stabilität voraus.
Darüber hinaus verlangt das Fach interdisziplinäre Zusammenarbeit. Thoraxchirurgen arbeiten eng mit Fachrichtungen wie Pneumologie, Onkologie, Radiologie, Pathologie und Intensivmedizin zusammen. Gerade in der Tumorchirurgie ist die Koordination zwischen Diagnostik, Operation und Nachsorge entscheidend.
Die Fachrichtung ist besonders attraktiv für Ärzte, die operative Medizin auf höchstem Niveau praktizieren und gleichzeitig Verantwortung in komplexen klinischen Situationen übernehmen möchten. Auch wissenschaftlich interessierte Mediziner finden in der Thoraxchirurgie vielfältige Möglichkeiten – von klinischer Forschung bis zu technischen Innovationen im Bereich der Robotik und Transplantationsmedizin.
Wo kann man als Thoraxchirurg arbeiten?
Fachärzte für Thoraxchirurgie arbeiten vor allem an universitären oder grossen kantonalen Spitälern, da die Fachrichtung spezialisierte Infrastruktur und erfahrene Teams erfordert. Zu den wichtigsten Weiterbildungs- und Arbeitsstätten gehören:
- Universitätsspital Zürich (USZ)
- Inselspital Bern
- Universitätsspital Basel
- CHUV Lausanne
- Hôpital de Genève
Daneben gibt es einige regionale Spitäler mit thoraxchirurgischen Abteilungen oder Kooperationsstrukturen, in denen Fachärzte für Thoraxchirurgie als Konsiliarärzte tätig sind.
In der Forschung sind Thoraxchirurgen an medizinischen Fakultäten, onkologischen Zentren oder translationalen Instituten tätig. Themen wie minimalinvasive Techniken, Lungentransplantation oder Tumorimmunologie stehen dabei im Fokus.
Eine eigene Praxis ist in diesem Fachgebiet selten, da thoraxchirurgische Eingriffe in der Regel in einem Spital mit entsprechender Ausstattung erfolgen müssen. Allerdings können erfahrene Thoraxchirurgen im Bereich Gutachten, Medizintechnik oder klinische Studienkoordination tätig werden.
Passende Jobs
Thoraxchirurgie – Wie hoch ist der Lohn?
Die Gehälter in der Thoraxchirurgie gehören zu den höheren im ärztlichen Bereich, spiegeln aber auch die hohe Verantwortung und Arbeitsbelastung wider. Laut Lohnbuch 2025 und VSAO-Daten verdienen Assistenzärzte im chirurgischen Bereich zwischen CHF 80’000 und 110’000 pro Jahr. Fachärzte in Thoraxchirurgie erreichen meist zwischen CHF 140’000 und 180’000, Oberärztezwischen CHF 180’000 und 220’000, und leitende Thoraxchirurgen liegen häufig bei über CHF 250’000 jährlich.
An universitären Zentren kann das Einkommen zusätzlich durch Forschungsprojekte, Lehrtätigkeiten oder variable Leistungsanteile steigen. Die Arbeitszeiten sind jedoch oft lang, mit Nacht- und Wochenenddiensten, insbesondere bei Notfällen oder Transplantationen.
Im internationalen Vergleich liegen die Schweizer Thoraxchirurgen sowohl bei Einkommen als auch bei Arbeitsbedingungen im oberen Bereich – vor allem durch die gute Spitalausstattung und das hohe medizinische Niveau. Mehr zum Thema Arzt-Lohn hier:
Häufige Fragen zu Thoraxchirurgie
- Wie werde ich Thoraxchirurg in der Schweiz und welche Voraussetzungen brauche ich?
- Wo kann ich in der Schweiz Thoraxchirurgie eine Weiterbildung zum Facharzt für Thoraxchirurgie machen?
- Wie hoch ist das Gehalt als Thoraxchirurg in der Schweiz im Vergleich zu anderen Fachärzten?
Du benötigst ein abgeschlossenes Medizinstudium mit eidgenössischem Arztdiplom oder anerkannter ausländischer Qualifikation und absolvierst danach eine 6‑jährige Weiterbildung gemäss SIWF, inklusive Logbuch und Facharztprüfung zum „Facharzt für Thoraxchirurgie (FMH)“.
Weiterbildung und Stellen als Thoraxchirurg findest du z. B. an grossen Zentren wie dem Universitätsspital Zürich, Inselspital Bern, Universitätsspital Basel, CHUV Lausanne und Hôpital de Genève sowie vereinzelt an kantonalen und regionalen Spitälern mit thoraxchirurgischen Kooperationen.
Thoraxchirurgen zählen in der Schweiz zu den besser bezahlten Fachärzten mit Gehältern von rund CHF 140’000–180’000 als Facharzt und deutlich höheren Einkommen in Oberarzt- und Leitungsfunktionen. Das spiegelt die hohe Spezialisierung, Verantwortung und Dienstbelastung in diesem operativen Fachgebiet wider.










