
Frisch von der Uni geht es in den Berufseinstieg als Assistenzarzt. Hier erwarten Dich je nach Stelle Schicht-, Nacht- und Bereitschaftsdienste, Zeitdruck und jede Menge andere Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Parallel zum Berufsalltag beginnt die Facharztweiterbildung, deren Anforderungen im jeweiligen Weiterbildungsprogramm des Schweizerischen Instituts für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) festgelegt sind. So können sich Assistenzärzte gerade zu Beginn überfordert fühlen. Zur Erleichterung des Einstiegs sowie des Berufsalltags verhelfen Assistenzärzten diese zehn Tipps.
Das Wichtigste zum Berufseinstieg in Kürze
- Klinikwahl: Eine SIWF-anerkannte Weiterbildungsstätte, gute Betreuung und transparente Arbeitsbedingungen erleichtern den Berufseinstieg als Assistenzarzt.
- Teamarbeit: Offene Kommunikation, gegenseitige Unterstützung und eine gute Integration ins Spitalteam sind entscheidend.
- Patientensicherheit: Assistenzärzte übernehmen schrittweise Verantwortung und sollten bei Unsicherheiten frühzeitig erfahrene Kollegen hinzuziehen.
- Weiterbildung: Das SIWF-eLogbuch dient der Dokumentation der Facharztweiterbildung. Regelmässige Feedback- und Evaluationsgespräche unterstützen die fachliche Entwicklung.
- Arbeitsorganisation: Strukturierte Abläufe, eine sorgfältige Dokumentation und die Einhaltung der Ruhezeiten helfen, den Berufsalltag zu bewältigen.
10 Tipps für den Start in den Spitalalltag
Diese zehn Tipps helfen Berufseinsteigern, den Start ins Spital zu meistern.
1. Augen auf bei der Klinikwahl
Die wichtigste Grundvoraussetzung für den Berufseinstieg als Assistenzarzt ist, sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen. Dazu ist sich genaustens über die infrage kommenden Kliniken zu informieren und beim Vorstellungsgespräch wichtige Fragen zu klären. Hierbei geht es insbesondere um diese Kriterien:
- Wie funktionieren Teamgeist und Ärztekolleg miteinander?
- Welche Arbeitsbedingungen herrschen?
- Liegt die Vergütung im durchschnittlichen oder überdurchschnittlichen Segment?
- Wie sind Überstunden geregelt?
- Ist die Klinik als SIWF-Weiterbildungsstätte für das angestrebte Fachgebiet anerkannt und welche Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen?
- Sieht der Ausbildungsplan fachspezifische praktische Tätigkeiten, etwa angeleitete Operationen, vor?
- Welche Funktionen sind erlernbar?
Informiere Dich ausserdem über die Betreuung während der Weiterbildung. Kläre, wer Deine Weiterbildung begleitet und wie die erforderlichen Evaluationsgespräche sowie die Dokumentation im SIWF-eLogbuch organisiert werden.
2. Ins Team integrieren
Der Berufseinstieg als Assistenzarzt bedeutet, schrittweise ärztliche Verantwortung im Rahmen der eigenen Kompetenzen und unter fachlicher Aufsicht zu übernehmen. Die Integration als neuer Assistenzarzt funktioniert am besten mit einer ausgewogenen Balance zwischen Aufmerksamkeit, Beobachten und Unterstützung sowie das eigene Einbringen in die Klinikaufgaben mit freundlicher, respektvoller Autorität und Kompetenz.
Zur Einschätzung der eigenen Kompetenz ist es sinnvoll, sich nicht zu überschätzen, aber auch nicht, sein Wissen unter den Scheffel zu stellen. Wichtig ist, Zuständigkeiten und Hierarchien zu kennen, zugleich aber Unsicherheiten und mögliche Gefahren für die Patientensicherheit offen anzusprechen.
3. Fragen erwünscht
Fragen kostet nichts, und sie kommen bei den übergeordneten Ärzten ebenso gut an wie beim Pflegepersonal. Durch sie sind erste Kontaktverbindungen herzustellen und die verhältnismässig unerfahrenen Assistenzärzte profitieren von den Erfahrungen langjähriger Klinikmitarbeiter. Sie fördern die Wertschätzung dieser und zeigen Anerkennung ihrer Fach- und Ablaufkenntnisse.
Sich zu erkundigen, wie was gehandhabt wird, welche Strukturen herrschen und worauf Besonderes zu achten ist, ist ein guter Start zum Aufbau von Sympathie und Vertrauen.
4. Kritik und Ratschläge erbitten
Gerade in schwierigen Situationen ist es sinnvoll, Vorgesetzte aktiv um Feedback und konkrete Handlungsempfehlungen zu bitten. Um diese langfristig umzusetzen und nicht zu vergessen, ist das Notieren dieser angeraten.
5. Kommunikation anpassen
Bei der Kommunikation mit Ärzten sollten alle für die Behandlung relevanten Informationen klar, vollständig und möglichst strukturiert weitergegeben werden. So lassen sich Missverständnisse und unnötige Rückfragen vermeiden.
Ebenso ist eine authentische, kompetente Kommunikation mit den Patienten erforderlich. Jeder Patient ist anders, sodass eine Anpassung an die verschiedenen Charaktere zu mehr Selbstsicherheit, ein kompetentes Auftreten und mehr Wohlgefühl führt. Assistenzärzte sollten deshalb bewusst unterschiedliche Patientenpersönlichkeiten kennenlernen, um sich in der Kommunikation zu üben.
6. Arztberichte verfassen und Patientendokumentationen führen
Der Berufseinstieg als Assistenzarzt umfasst das Verfassen von Arztberichten und Patientendokumentationen. Diese erfordern anfangs reichlich Zeit. Manch ein Bericht ist der Grund für einen verspäteten Feierabend.
Für die Dokumentation sollte ausreichend Zeit eingeplant werden, ohne die laufende Patientenversorgung zu beeinträchtigen. Zusätzliche Arbeitszeit ist gemäss den betrieblichen Vorgaben zu erfassen. Mit ein wenig konzentrierter Übung sind der passende Stil, die geeigneten Worte und die fachliche Korrektheit schnell erlernt.
7. Für den Notfall vorbereitet sein
Assistenzärzte bringen medizinisches Wissen mit, verfügen zu Beginn aber häufig noch nicht über die notwendige Routine, um komplexe Notfälle selbstständig zu bewältigen.
Deshalb bereitet sich der Assistenzarzt zur Stress- und Panikvermeidung mit entsprechenden Kontaktdaten von vorgesetzten Ärzten vor, um diese heranzuziehen. Zudem sind Notfall-Abläufe einzustudieren und der Standort von erforderlichen Geräten, wie beispielsweise der Defibrillator, im Vorfeld zu ermitteln.
8. Strukturiert arbeiten
Der Arbeitsalltag in einer Klinik und vor allem beim Berufseinstieg als Assistenzarzt, ist arbeitsintensiv. Der Einstieg erfolgt einfacher mit einer strukturierten Arbeitstagesplanung. Wichtig hierbei ist die Organisation, um den Überblick nicht zu verlieren und Pausen zum Durchatmen zu ermöglichen. Ein täglich angepasster Tagesplan und eine To-do-Liste sorgen für mehr Ordnung, sichern die Erledigung aller erforderlichen Aufgaben und reduzieren das Stressniveau.
9. Trennung von Arbeit und Privatem
Nach Dienstende sind ausreichend Erholung und die Einhaltung der gesetzlichen Ruhezeiten wichtig. Bei Pikettdiensten gelten besondere Regelungen. Für mehr Zufriedenheit und Wohlbefinden ist es bedeutsam, abzuschalten und berufliche Faktoren nicht mit in das Privatleben zu nehmen. Zahlreiche Ärzte betätigen sich beispielsweise nach Feierabend sportlich, um den Kopf freizubekommen. Work-Life-Balance spielt für mehr Ausgeglichenheit sowie zur Stressreduzierung eine ausserordentlich grosse Rolle. Es ist angeraten, Freizeit aktiv zu nutzen und intensiv zu leben.
10. Gesunder Lebensstil
Ob in der Klinik oder privat, ein gesunder Lebensstil ist für einen Berufseinstieg als Assistenzarzt sowie in der gesamten Berufslaufbahn von immenser Bedeutung. Ausreichend Schlaf, regelmässige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung sowie der Verzicht auf Nikotin und ein möglichst risikoarmer Umgang mit Alkohol unterstützen die Gesundheit und Regeneration. Gerade bei Schicht- und Nachtdiensten sind ausreichende Erholungsphasen wichtig.
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Häufige Fragen zum Berufseinstieg als Assistenzarzt in der Schweiz
- Wie gelingt der Berufseinstieg als Assistenzarzt in der Schweiz?
- Worauf sollte ich bei meiner ersten Stelle als Assistenzarzt achten?
- Darf ich als Assistenzarzt in der Schweiz selbstständig Patienten behandeln?
- Wie funktioniert die Facharztweiterbildung nach dem Berufseinstieg als Assistenzarzt?
Ein erfolgreicher Berufseinstieg als Assistenzarzt beginnt mit der Wahl einer geeigneten Weiterbildungsstätte. Wichtig sind eine strukturierte Einarbeitung, erfahrene Ansprechpartner und transparente Arbeitsbedingungen. Im Spitalalltag helfen eine offene Kommunikation, regelmässiges Feedback und eine realistische Einschätzung der eigenen Kompetenzen. Bei Unsicherheiten sollten Assistenzärzte frühzeitig Unterstützung einholen.
Bei der ersten Stelle als Assistenzarzt solltest Du insbesondere auf die SIWF-Anerkennung der Weiterbildungsstätte, die fachliche Betreuung und die Arbeitsbedingungen achten. Kläre vor Vertragsabschluss, wie Dienste, Überstunden und Weiterbildungsmöglichkeiten geregelt sind. Auch das Arbeitsklima, die Einarbeitung und die Möglichkeit, praktische Erfahrungen unter fachlicher Aufsicht zu sammeln, sind wichtige Auswahlkriterien.
Assistenzärzte dürfen im Rahmen ihrer Kompetenzen ärztliche Tätigkeiten übernehmen. Während der Facharztweiterbildung arbeiten sie jedoch unter fachlicher Aufsicht. Welche Aufgaben sie selbstständig ausführen können, hängt von ihrem Ausbildungsstand, ihren Fähigkeiten und den betrieblichen Vorgaben ab. Bei komplexen Fällen oder Unsicherheiten müssen sie rechtzeitig erfahrene Ärzte hinzuziehen.
Nach dem Berufseinstieg als Assistenzarzt erfolgt die Facharztweiterbildung gemäss dem jeweiligen SIWF-Weiterbildungsprogramm. Dieses legt unter anderem die erforderliche Weiterbildungsdauer, die anerkannten Weiterbildungsstätten und die fachlichen Anforderungen fest. Die absolvierten Weiterbildungsinhalte werden im SIWF-eLogbuch dokumentiert. Je nach Fachgebiet gehören praktische Tätigkeiten, Weiterbildungskurse, Evaluationsgespräche und eine Facharztprüfung zu den Anforderungen.













