
Die Fachrichtung Physikalische Medizin und Rehabilitation ist ein vielseitiges medizinisches Fachgebiet, in dem Menschen nach Krankheiten, Unfällen oder Operationen dabei unterstützt werden, ihre körperliche Leistungsfähigkeit zurückzugewinnen. Dabei stehen nicht nur die Behandlung von Beschwerden, sondern auch die langfristige Verbesserung von Selbstständigkeit und Lebensqualität im Mittelpunkt. Reha-Ärzte arbeiten interdisziplinär mit verschiedenen Berufsgruppen zusammen und begleiten Patienten oft über einen längeren Zeitraum. Dieser Artikel gibt einen Überblick über Aufgaben, Ausbildung, Arbeitsorte und Karrierechancen als Rehabilitationsmediziner.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Aufgabenprofil: Diagnostik und Planung individueller Rehabilitationsmassnahmen
- Voraussetzungen: Medizinstudium mit eidgenössischem Arztdiplom
- Dauer: 5 bis 6 Jahre Weiterbildung (3-4 Jahre Rehabilitation, 1-2 Jahre Allgemeine Innere Medizin/andere Disziplinen); Abschluss mit Facharztprüfung (schriftlich + mündlich)
- Arbeitsorte: Spitäler, Rehabilitationskliniken und ambulante medizinische Einrichtungen
- Mögliche Spezialisierungen: Neurologische, muskuloskelettale oder geriatrische Rehabilitation
- Lohn: Variabel je nach Region, Erfahrung und Position; zum Beispiel Kanton Zürich: Assistenzarzt CHF 8’105/Monat, Chefarzt CHF 13’977/Monat, leitende Funktionen CHF 19’000–46’000/Monat
Wie wird man Reha-Arzt?
Um Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation zu werden, braucht man zuerst ein abgeschlossenes Medizinstudium und das eidgenössische Arztdiplom. Damit kann man die Facharztweiterbildung beginnen.
Zuerst folgt die fachspezifische Weiterbildung, die drei bis vier Jahre umfasst. Ergänzend dazu absolvieren die Ärzte ein bis zwei Jahre nicht-fachspezifische Weiterbildung. Dazu gehört mindestens ein Jahr in der stationären Allgemeinen Inneren Medizin. Bis zu einem weiteren Jahr kann in rehabilitationsnahen Fachgebieten wie Geriatrie, Kardiologie oder Neurologie erfolgen.
Am Ende der gesamten Weiterbildung steht die Facharztprüfung. Nach bestandener Prüfung erhalten die Ärzte den Facharzttitel für Physikalische Medizin und Rehabilitation. Mehr zur Weiterbildung hier:
Übersicht aller Facharztausbildungen und Fachrichtungen in der Schweiz:
Physikalische Medizin und Rehabilitation – Aufgaben
In solchen Situationen übernimmt der Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation eine zentrale Rolle. Er beurteilt den Gesundheitszustand der Patienten und leitet geeignete Rehabilitationsmassnahmen ein. Dabei erstellt die Fachperson für jede betroffene Person einen individuellen Behandlungsplan. Das passiert zum Beispiel nach dem Einsetzen einer Gelenkprothese, nach schweren Knochenbrüchen oder bei Menschen mit chronischen Muskel- und Gelenkerkrankungen sowie bei Lähmungen.
Diese Massnahmen sollen die Funktionsfähigkeit des Körpers möglichst vollständig wiederherstellen. Ist das nicht möglich, helfen Reha-Ärzte dabei, Einschränkungen zu verringern und den Alltag besser zu bewältigen. Das übergeordnete Ziel ist es, die grösstmögliche Selbstständigkeit zu erreichen. Gleichzeitig soll die Lebensqualität verbessert werden, Schmerzen sollen gelindert werden und die Patienten sollen ihre Arbeitsfähigkeit sowie ihre soziale Integration möglichst zurückgewinnen.
Untersuchungs- und Behandlungsmethoden
Zu Beginn untersucht der Reha-Arzt den Patienten umfassend. Dabei beurteilt er, welche körperlichen Defizite oder Behinderungen vorliegen und wie stark diese ausgeprägt sind. Gleichzeitig wird die zugrunde liegende Erkrankung oder Verletzung berücksichtigt. Ziel der Untersuchung ist es, die funktionellen Einschränkungen genau zu erfassen und die Grundlage für eine gezielte und individuelle Behandlung zu schaffen.
Auf Basis der Untersuchung wird ein persönlicher Therapieplan erstellt. Je nach Bedarf kommen verschiedene Behandlungsformen zum Einsatz:
- Physiotherapie
- Physikalische Medizin mit Wärme- und Kälteanwendungen
- Ergotherapie
- Elektrotherapie
- Hydrotherapie
- Massagen
- Heilgymnastik
- Funktionelle Bewegungs-, Trainings- und Entspannungstherapie
- Gelenk- und Wirbelsäulenmobilisation
Diese Methoden helfen dabei, Beweglichkeit, Kraft und Koordination zu verbessern, Schmerzen zu lindern und die Selbstständigkeit im Alltag zu fördern.
Für wen ist die Fachrichtung Physikalische Medizin und Rehabilitation interessant?
Die Fachrichtung Physikalische Medizin und Rehabilitation ist besonders interessant für Ärzte, die gerne ganzheitlich und langfristig mit Patienten arbeiten. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Krankheit, sondern auch die Funktion, die Selbstständigkeit und die Lebensqualität der betroffenen Menschen.
Wer Freude an interdisziplinärer Arbeit hat, ist in diesem Fachgebiet gut aufgehoben. Die Fachärzte arbeiten eng mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Pflegefachpersonen, Psychologen, Sozialberatern und weiteren Berufsgruppen zusammen. Gemeinsam entwickeln sie individuelle Rehabilitationskonzepte.
Zudem eignet sich die Fachrichtung für Menschen, die Interesse an Bewegung, Funktion des Körpers und praktischen Therapien haben. Auch Geduld, Empathie und gute kommunikative Fähigkeiten sind wichtig, da viele Patienten über längere Zeit begleitet werden.
Wo kann man als Rehabilitationsmediziner arbeiten?
Fachärzte für Physikalische Medizin und Rehabilitation haben vielfältige Arbeitsmöglichkeiten. Sie arbeiten häufig in Spitälern, wo sie Patienten nach Operationen, Unfällen oder schweren Erkrankungen betreuen. Ein weiterer wichtiger Arbeitsort sind Rehabilitationszentren. Dort begleiten sie Menschen während der stationären oder ambulanten Rehabilitation und koordinieren die verschiedenen Therapien. Zudem sind Rehaärzte in unterschiedlichen medizinischen Einrichtungen tätig, zum Beispiel in spezialisierten Rehakliniken, ambulanten Zentren oder eigenen Arztpraxen. Auch interdisziplinäre Gesundheitszentren bieten attraktive Arbeitsplätze in diesem Fachgebiet.
Passende Jobs
- Arzt Stellenangebote Physikalische Medizin und Rehabilitation
- Assistenzarzt Physikalische Medizin und Rehabilitation
Spezialisierungen und Weiterbildungen
Nach dem Erwerb des Facharzttitels für Physikalische Medizin und Rehabilitation bestehen verschiedene Möglichkeiten zur Spezialisierung und Weiterbildung. Rehamediziner können sich auf bestimmte Patientengruppen oder Krankheitsbilder konzentrieren, zum Beispiel auf die neurologische, muskuloskelettale oder geriatrische Rehabilitation.
Zusätzlich sind Weiterbildungen in Bereichen wie Schmerztherapie, Sportmedizin, Manuelle Medizin oder Ultraschalldiagnostik möglich. Auch vertiefte Kenntnisse in der funktionellen Diagnostik, in Trainings- und Bewegungstherapien oder in der Rehabilitation nach Arbeits- und Sportunfällen sind gefragt.
Durch regelmässige Fortbildungen bleiben die Fachärzte fachlich auf dem neuesten Stand. So können sie moderne Therapiekonzepte anwenden und die Qualität der Behandlung kontinuierlich verbessern.
Physikalische Medizin und Rehabilitation – Wie hoch ist der Lohn?
Das Einkommen von Rehabilitationsmediziner hängt von diversen Faktoren wie Berufserfahrung und Region ab. In vielen Fällen richtet sich die Vergütung nach Gesamtarbeitsverträgen. So liegt das durchschnittliche Monatsgehalt eines Assistenzarztes im Kanton Zürich laut Lohnbuch bei rund CHF 8‘105, während ein Chefarzt etwa CHF 13‘977 brutto im Monat erhält. Mehr zum Arztgehalt in der Schweiz:










