
Die Facharztrichtung Pneumologie verbindet in der Schweiz eine strukturierte Weiterbildung mit vielfältigen beruflichen Perspektiven. Nach dem Medizinstudium folgt eine sechsjährige ärztliche Weiterbildung, die Allgemeine Innere Medizin und pneumologische Spezialisierung kombiniert. Pneumologen arbeiten in Spitälern, Praxen und spezialisierten Zentren und behandeln akute wie chronische Lungenerkrankungen. Attraktive Löhne und zahlreiche Weiterbildungen ergänzen das Berufsbild. Im Folgenden werden Ausbildung, Aufgaben und Perspektiven im Detail dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste auf einen Blick
• Ausbildungsdauer: 6 Jahre ärztliche Weiterbildung nach dem Medizinstudium
• Aufbau der Weiterbildung: 3 Jahre Allgemeine Innere Medizin, 2 bis 3 Jahre Pneumologie
• Typische Arbeitsorte: Spitäler, pneumologische Facharztpraxen, Rehabilitationskliniken, Schlafzentren
• Häufige Spezialisierungen: Schlafmedizin, Beatmungs- und Sauerstofftherapie, interventionelle Pneumologie
• Durchschnittslohn: etwa CHF 180’000–220’000 brutto pro Jahr
• Entwicklungsmöglichkeiten: leitende Funktionen im Spital oder selbstständige Praxistätigkeit
Wie wird man Pneumologe?
Um Pneumologe in der Schweiz zu werden, ist ein klar strukturierter medizinischer Ausbildungsweg erforderlich. Zunächst absolviert man ein Humanmedizinstudium zur Erlangung eines eidgenössischen Arztdiploms. Anschliessend folgt die ärztliche Weiterbildung, die laut SIWF insgesamt mindestens fünf Jahre umfasst. Der Aufbau ist klar gegliedert:
- 3 Jahre Weiterbildung in Allgemeiner Innerer Medizin, die klinischen Grundlagen vermittelt
- 2 bis 3 jahre spezialisierte Weiterbildung in Pneumologie, die an anerkannten Weiterbildungsstätten stattfindet.
Während dieser Zeit sammelt man praktische Erfahrung in Diagnostik und Therapie von Lungenerkrankungen. Ergänzend können Weiterbildungszeiten in Intensivmedizin oder Forschung angerechnet werden. Den Abschluss bildet die bestandene Facharztprüfung, die zum Facharzttitel Pneumologie berechtigt.
Mehr zur Facharztausbildung hier:
Übersicht aller Facharztausbildungen und Fachrichtungen in der Schweiz:
Pneumologie – Aufgaben
Fachärzte für Pneumologie befassen sich mit der Prävention, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen der Atemwege und der Lunge. Sie behandeln sowohl akute als auch chronische Lungenerkrankungen und betreuen Patienten ambulant wie stationär. Dabei arbeiten Pneumologen eng mit anderen Fachrichtungen wie Innerer Medizin, Intensivmedizin oder Thoraxchirurgie zusammen. Neben der klinischen Versorgung übernehmen sie Aufgaben in der Langzeitbetreuung, Rehabilitation und Prävention von Atemwegserkrankungen sowie in der Schlaf- und Beatmungsmedizin.
Zu ihren alltäglichen Aufgaben gehören folgende:
Ambulante und stationäre Versorgung
- Betreuung von Patienten mit Asthma, COPD, Lungenentzündung oder interstitiellen Lungenerkrankungen
- Abklärung von Atemnot, chronischem Husten und Thoraxschmerzen
- Mitbetreuung schwerkranker Patienten im stationären und intensivmedizinischen Setting
Diagnostik der Atemwege
- Durchführung und Auswertung von Lungenfunktionsprüfungen
- Interpretation von bildgebenden Verfahren wie Thorax-Röntgen oder CT
- Bronchoskopische Untersuchungen zur Abklärung unklarer Befunde
Therapie und Langzeitbehandlung
- Einstellung und Überwachung medikamentöser Therapien
- Betreuung von Patienten mit Sauerstofftherapie oder nicht-invasiver Beatmung
- Begleitung chronisch Erkrankter im Rahmen pneumologischer Rehabilitation
Prävention und spezialisierte Versorgungsbereiche
- Beratung zur Rauchentwöhnung und Prävention von Lungenerkrankungen
- Diagnostik und Behandlung schlafbezogener Atemstörungen
- Mitwirkung bei arbeits- und umweltmedizinischen Fragestellungen
Diese Aufgaben verdeutlichen die zentrale Rolle der Pneumologie in der internistischen Versorgung und in der langfristigen Betreuung von Patienten mit Atemwegserkrankungen.
Für wen ist die Fachrichtung Pneumologie interessant?
Die Fachrichtung Pneumologie ist besonders für Ärzte interessant, die sich für komplexe internistische Zusammenhänge und funktionelle Diagnostik begeistern. Sie spricht Mediziner an, die langfristige Arzt-Patienten-Beziehungen schätzen, da viele Lungenerkrankungen chronisch verlaufen und eine kontinuierliche Betreuung erfordern. Zudem eignet sich das Fach für Personen mit Interesse an technischer Medizin, da Lungenfunktionsprüfungen, bildgebende Verfahren und bronchoskopische Untersuchungen zum Arbeitsalltag gehören.
Auch interdisziplinisches Arbeiten spielt eine zentrale Rolle, da Pneumologen eng mit Intensivmedizin, Thoraxchirurgie und Schlafmedizin kooperieren. Die Fachrichtung bietet darüber hinaus Abwechslung zwischen ambulanter und stationärer Tätigkeit sowie zwischen Akutversorgung und Langzeitbehandlung. Wer präventiv arbeiten möchte, findet in der Raucherentwöhnung und Umweltmedizin weitere Schwerpunkte. Insgesamt richtet sich die Pneumologie an Ärzte, die analytisch arbeiten, Verantwortung übernehmen und medizinische Tiefe mit patientennaher Versorgung verbinden möchten.
Wo kann man als Pneumologe arbeiten?
Pneumologen arbeiten in der Schweiz in unterschiedlichen medizinischen Einrichtungen mit klaren Versorgungsstrukturen. Häufig sind sie in öffentlichen oder privaten Spitälern tätig, insbesondere in pneumologischen Abteilungen von Akut- und Universitätsspitälern. Dort betreuen sie stationäre Patienten, übernehmen Konsiliardienste und arbeiten eng mit der Intensivmedizin zusammen.
Ein weiterer wichtiger Arbeitsort sind pneumologische Facharztpraxen, in denen vor allem die ambulante Langzeitbetreuung im Vordergrund steht. Zudem finden Pneumologen Beschäftigung in Rehabilitationskliniken, etwa bei der Nachsorge chronischer Lungenerkrankungen. Auch Schlafzentren, Lungenligen, arbeitsmedizinische Dienste sowie medizinische Forschungs- und Lehrinstitutionen bieten berufliche Perspektiven. Dadurch eröffnet das Fach sowohl klinische als auch spezialisierte Tätigkeitsfelder innerhalb des Schweizer Gesundheitssystems.
Passende Jobs
Spezialisierungen und Weiterbildungen
Die Pneumologie bietet in der Schweiz vielfältige Spezialisierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, die sich eng am klinischen Bedarf orientieren. Nach dem Facharzttitel können Pneumologen fachliche Schwerpunkte setzen, etwa in der Schlafmedizin, Beatmungs- und Sauerstofftherapie, pulmonalen Rehabilitation oder bei interstitiellen und seltenen Lungenerkrankungen. Auch die interventionelle Pneumologie mit Bronchoskopie und Thorax-Ultraschall stellt ein wichtiges Vertiefungsfeld dar.
Zusätzlich ermöglichen anerkannte Weiterbildungen und Zertifikate, beispielsweise in respiratorischer Polygraphie oder Schlafmedizin, eine formale Qualifikation. Während der regulären Weiterbildung lassen sich zudem Wahlzeiten in Bereichen wie Intensivmedizin oder Forschung anrechnen. Dadurch entsteht ein flexibles Weiterbildungssystem, das sowohl klinische Spezialisierung als auch akademische Entwicklung unterstützt und individuelle Karrierewege innerhalb der Pneumologie ermöglicht.
Pneumologie – Wie hoch ist der Lohn?
Der Lohn eines Pneumologen in der Schweiz liegt im oberen Bereich der ärztlichen Vergütung und steigt deutlich mit Berufserfahrung und Position. Bereits während der Weiterbildung zum Facharzt erzielt man als Assistenzarzt ein solides Einkommen. Nach dem Erwerb des Facharzttitels liegt das durchschnittliche Jahresgehalt eines Facharztes für Pneumologie bei rund CHF 180’000 bis CHF 220’000 brutto. In leitenden Funktionen im Spital, etwa als Leitender Arzt oder Chefarzt, sind Jahresgehälter von über CHF 250’000 möglich. Auch in der eigenen oder angeschlossenen Facharztpraxis können vergleichbare oder höhere Einkommen erzielt werden, abhängig von Patientenzahl und Abrechnung. Einflussfaktoren sind zudem der Beschäftigungsgrad, der Arbeitsort sowie Zusatzqualifikationen, etwa in der Schlaf- oder Beatmungsmedizin.
Mehr zum Arzt Gehalt in der Schweiz:
Häufige Fragen
- Was versteht man unter Pneumologie?
- Wann geht man zum Pneumologen?
- Was sind pneumologische Krankheiten?
Die Pneumologie ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit Erkrankungen der Lunge und Atemwege befasst.
Man geht zum Pneumologen bei anhaltender Atemnot, chronischem Husten, unklaren Lungensymptomen oder auffälligen Lungenbefunden.
Dazu zählen unter anderem Asthma, COPD, Lungenentzündung, Schlafapnoe sowie interstitielle und berufsbedingte Lungenerkrankungen.
- Schweizerische Gesellschaft für Pneumologie, „Facharztprüfung Pneumologie“, https://pneumo.ch/facharztpruefung/ (letzter Zugriff am 22.12.2025).
- Berufsberatung Schweiz, „Pneumologe / Pneumologin“, https://www.berufsberatung.ch/dyn/show/1900?id=6628 (letzter Zugriff am 22.12.2025).
- Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF), „Weiterbildungsprogramm Facharzt für Pneumologie“, 11.04.2019, https://www.siwf.ch/files/pdf20/pneumologie_version_internet_d.pdf (letzter Zugriff am 22.12.2025).













