
Die Weiterbildung zum Facharzt für ermöglicht die Arbeit in einer breit aufgestellten medizinischen Disziplin, da hier konservative Medizin, operative Verfahren und langfristige Patientenbetreuung vereint werden. Das Fachgebiet umfasst Erkrankungen der weiblichen Harnorgane sowie des männlichen Urogenitalsystems und schließt auch hormonelle Störungen mit ein. Die strukturierte Weiterbildung zum Urologen dauert insgesamt sechs Jahre und folgt klaren gesetzlichen sowie fachlichen Vorgaben. Sie kombiniert eine chirurgische Basisweiterbildung mit einer mehrjährigen urologischen Fachausbildung, ergänzt durch optionale Weiterbildungsanteile. Inhalte reichen von Diagnostik, Vorsorge und Therapie über radiologische Verfahren bis hin zu umfangreichen operativen Mindestanforderungen. Den Abschluss bildet eine mehrstufige Facharztprüfung.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
Fachprofil und Tätigkeiten: Der Facharzt Urologie diagnostiziert und behandelt Erkrankungen des Harnsystems und der männlichen Geschlechtsorgane. Zu den Aufgaben zählen Vorsorge, Früherkennung, konservative/operative Therapien, sowie hormonelle und tumorrelevante Themen.
Weiterbildung in Österreich: Die Weiterbildung dauert sechs Jahre und umfasst chirurgische (1 Jahr) und fachspezifische urologische Trainings (4–5 Jahre). Zusätzliche Spezialisierung wie Uro-Onkologie sind möglich.
Arbeitsorte: Urologen arbeiten in Kliniken, Ärztezentren (MVZ), privaten Praxen oder als Spezialisten bei internationalen Hilfsorganisationen.
Tätigkeiten Facharzt Urologie
Der Facharzt Urologie befasst sich mit der Erkennung, Therapie, Prävention und Rehabilitation der Erkrankungen, Fehlbildungen und Verletzungen der weiblichen Harnorgane und des männlichen Urogenitalsystems, also Harnorgane und Geschlechtsorgane. Im Bereich der männlichen Geschlechtsorgane gehören Hoden, Nebenhoden, Samenleiter, Samenbläschen, Penis und Prostata zu seinem Tätigkeitsbereich. Zudem umfasst das Fachgebiet hormonelle Störungen, die mit dem Urogenitalsystem in Zusammenhang stehen.
Bereichsübergreifend beschäftigt sich der Facharzt Urologie mit dem Thema Vorsorge, insbesondere der Früherkennung von Tumoren und anderen Gewebeveränderungen. Mittels Tastuntersuchung diagnostiziert der Facharzt Urologie Veränderungen der Hoden oder der an die Harnwege angrenzenden Strukturen, wie After und Beckenboden. Der Facharzt Urologie nimmt auch chirurgische Eingriffe vor, z.B. zur Entfernung von Nierensteinen, an der Blase oder der Prostata. Gängige Krankheitsbilder und Untersuchungsmethoden und mehr zu Tätigkeit, Gehalt und Karriere als Urologe hier:
Übersicht aller Facharztausbildungen und Fachrichtungen:
Weiterbildung Facharzt Neuropathologie – Voraussetzungen
Die Weiterbildung zum Facharzt für Neuropathologie in der Schweiz setzt einige spezifische Eintrittsbedingungen voraus. Die Grundlage bildet ein abgeschlossenes Medizinstudium mit eidgenössischem Arztdiplom. Dieses wird in der Regel nach erfolgreich absolviertem Studium der Humanmedizin an einer Schweizer Universität oder einer international anerkannten Hochschule durch das Schweizerische Bundesamt für Gesundheit (BAG) anerkannt.
Dauer und Gliederung der Weiterbildung Facharzt Urologie
Die Weiterbildung Facharzt Urologie dauert sechs Jahre und gliedert sich in:
a) eine nicht-fachspezifische, chirurgische Weiterbildung von einem Jahr in Chirurgie, Allgemeinchirurgie und Traumatologie, Viszeralchirurgie (z.B. Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse, Speiseröhre, Magen und Galle) oder Gefässchirurgie.
b) eine fachspezifische Weiterbildung von vier bis fünf Jahren in der Urologie.
Zusätzlich kann maximal ein Jahr Weiterbildung in urologischen Schwerpunkten angerechnet werden. Mindestens zwei Jahre der Weiterbildung in Urologie müssen an einer Weiterbildungsstätte der Kategorie A1 oder A2 absolviert werden, davon mindestens ein Jahr Kategorie A1. Mindestens ein Jahr der Weiterbildung Facharzt Urologie (ohne Schwerpunkte) muss an einer zweiten Weiterbildungsstätte absolviert werden. Die Weiterbildung in den urologischen Schwerpunkten Neuro-Urologie, komplexe Endo-Urologie, rekonstruktive Urologie oder Uro-Onkologie kann nur angerechnet werden, wenn sie in den letzten zwei Jahren der fachspezifischen Weiterbildung erfolgt.
c) maximal zwölf Monate nicht-fachspezifischer Optionen in den folgenden Fachgebieten:
- Chirurgie
- Dermatologie und Venerologie
- Endokrinologie/Diabetologie
- Gefässchirurgie
- Gynäkologie und Geburtshilfe
- Handchirurgie
- Herz- und thorakale Gefässchirurgie
- Kinderchirurgie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
- Neurochirurgie
- Neurologie
- Nephrologie (Nierenlehre)
- Medizinische Onkologie
- Orthopädische Chirurgie des Bewegungsapparates
- Oto-Rhino-Laryngologie (HNO)
- Pathologie
- Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie
- Thoraxchirurgie
Anstelle dieser Disziplinen kann auch maximal ein Jahr einer MD-PhD-Ausbildung angerechnet werden. Die optionale Weiterbildung muss an anerkannten Weiterbildungsstätten der beiden höchsten Kategorien absolviert werden. Eine ärztliche Tätigkeit für die Schweizer Armee, das Schweizerische Katastrophenhilfekorps, das Roten Kreuzes, den Médecins sans Frontières oder im Rahmen ähnlicher Hilfsaktionen unter einem ärztlichen Vorgesetzten kann mit bis zu sechs Monaten an die Weiterbildung angerechnet werden.
Inhalte der Weiterbildung Facharzt Urologie
Neben theoretischem Wissen und Fertigkeiten zu Vorsorge und Früherkennung sowie konservative und operative Behandlung von Erkrankungen des männlichen Urogenitalsystems und des weiblichen Harnsystems mit allen Organen erfordert die Weiterbildung Facharzt Urologie auch eine Röntgenweiterbildung sowie die Erfüllung eines Operationskataloges.
Technische und klinische Fähigkeiten der Weiterbildung Facharzt Urologie
- Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie der Nieren und der ableitenden Harnwege, der Samenwege und der männlichen Reproduktionsorgane;
- Durchführung und Interpretation urodynamischer Abklärungen, Pharmakologie und Behandlung von Blasenfunktionsstörungen;
- Pathophysiologie und Diagnostik von Nierenfunktionsstörungen. Therapie der postrenalen Nieren-funktionsstörung einschliesslich Möglichkeiten verschiedener Harnableitungsverfahren;
- Pathophysiologie und Diagnostik des Nierentransplantat-Harnleiters; Behandlung der diesbezüglichen Komplikationen
- Diagnostische und therapeutische Grundlagen der gut- und bösartigen Tumoren im Urogenitalbereich;
- Teilnahme an multidisziplinärem Tumorboard, inkl. Onkologie, Radio-Onkologie, Radiologie und Pathologie
- Pathophysiologie, Diagnostik, Differentialdiagnose und Therapiemöglichkeiten der erektilen Dysfunktion;
- Pathophysiologie, Diagnostik, Differentialdiagnose und Therapiemöglichkeiten der männlichen Infertilität, insbesondere Beurteilung eines Spermiogramms;
- Diagnostische und therapeutische Grundlagen beim isolierten Urogenitaltrauma sowie beim Urogenitaltrauma im Rahmen des Polytraumas;
- Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie von Harnweginfektionen ;
- Erkennen von akuten, schweren Infektionen im Bereiche des Urogenitaltraktes mit Sepsis und deren Therapie;
- Indikation, Beurteilung und Ausführung von konventionellen radiologischen Darstellungen des Harn- und Geschlechtstraktes;
- Grundlagen und Ausführung von Ultraschalluntersuchungen im Urogenitalbereich (Restharnbestimmung, Ultraschall der Prostata/Volumenmessung, Ultraschall der äusseren Genitalien, Einlegen einer Nephrostomie unter sonographischer Kontrolle);
- Indikation und Beurteilung von nuklearmedizinischen Untersuchungen, von Computertomographie und Kernspintomographie, soweit sie den Urogenitaltrakt betreffen;
- Pathophysiologie und Therapie akuter Harnsteinerkrankungen, Abklärungsvorgang und Metaphylaxe rezidivierender Harnsteinerkrankungen; Basiskenntnisse und Ausführung in urologischer Labordiagnostik.
- Basiskenntnisse und Ausführung in urologischer Labordiagnostik (PSA, Urin, usw.)
Zu erwerbende Kenntnisse und Fähigkeiten im Röntgen
Vom angehende Facharzt Urologie wird der Erwerb von Sachkunde und Sachverstand für dosisintensive Röntgenuntersuchungen im Rahmen des Fähigkeitsausweises „Strahlenschutz in der Urologie“ verlangt. Die Erfüllung der entsprechenden Anforderungen ist Voraussetzung für den Erwerb des Facharzttitels Urologie.
- Korrekte Positionierung des Patienten
- Strahlenschutz des Patienten, Mitarbeiter und des Untersuchers
- Optimierung der Durchleuchtungszeit
- Wahl der korrekte Ausschnittsgrösse
- Auswirkung und biologische Früh- und Spätfolgen der Strahlung
- Strahlensensibilität verschiedener Organe
- Nutzen-Risiko-Abwägung
- Optimierung des Strahlenschutzes
- Apparatekunde, einstellbare Parameter und Einteilungsprinzipien
- Massnahmen bei Überbestrahlung
- Qualitätskontrolle
- Strahlenschutzgesetz/Verordnung
Operationen
Jeder angehende Facharzt Urologie muss die vorgegebenen Lernziele erfüllen und alle geforderten Lernschritte in einem Logbuch dokumentieren. Dazu zählen jeweils eine vorgegebenen Mindestanzahl der folgenden Eingriffe:
a) Operative Eingriffe als erste Assistenz wie:
- Retroperitoneale Eingriffe (Niere, Nebenniere, Harnleiter, Lymphadenektomie usw.)
- Offene oder laparoskopische Eingriffe an Blase und Prostata
b) Operative Eingriffe als Operateur wie:
- Transurethrale (endoskopisch über die Harnröhre) Eingriffe an Blase und Prostata und Eingriffe an der Harnröhre sowie am äusseren Genital (z.B. Sterilisation des Mannes)
- Perkutane und endoskopische Eingriffe an den oberen Harnwegen einschliesslich Ureterorenoskopie, Lithotripsie und Nephrostomie
Ausserdem auszuführen sind erweiterte urodynamische Abklärungen, Abklärung und Therapie der erektilen Dysfunktion und der männlichen Unfruchtbarkeit inklusive qualitativer Spermiogramme. Hinzu kommen diagnostische Eingriffe wie Blasen- und Harnröhrenspiegelungen (Urethrozystoskopien), Biopsien der Prostata und Kontrastmittelröntgenuntersuchungen von Blase und Harnröhre (Urethro-Zystographien) als auch urologische dokumentierte Ultraschalluntersuchungen (inkl. Transrektaler Ultraschall).
Facharztprüfung Urologie
Die Prüfung Facharzt Urologie besteht aus zwei theoretisch-schriftlichen und einem praktisch-mündlichen Teil. Bei den theoretisch-schriftlichen Teilen handelt es sich um das chirurgische Basisexamen und die theoretische Prüfung des European Board of Urology (Multiple Choice-Prüfung mit 100 Fragen, Dauer 120 Minuten).
Bei der praktisch-mündlichen Prüfung wird die Fertigkeit des angehenden Facharzt Urologie im Operationssaal und anschliessend sein Wissen mittels Fallbeispielen geprüft. Die Prüfung dauert etwa zwei Stunden, davon etwa eineinhalb Stunden im Operationssaal und eine halbe Stunde Fallbesprechung.
Zur Facharztprüfung wird nur zugelassen, wer über ein eidgenössisches oder anerkanntes ausländisches Diplom verfügt. Voraussetzung für die Zulassung zum praktisch-mündlichen Teil ist die bestandenen theoretisch-schriftliche Prüfung und die Erfüllung der Lerninhalte.
Jobs als Arzt in der Urologie
Auf der Suche nach einer passenden Stelle?
Häufige Fragen zur Weiterbildung zum Facharzt für Urologie
- Welche Voraussetzungen gibt es für die Weiterbildung zum Facharzt Urologie in Österreich?
- Wie hoch ist das Gehalt eines Facharztes für Urologie in Österreich?
- Welche Tätigkeiten übernimmt ein Facharzt für Urologie?
Voraussetzung für die Facharztweiterbildung Urologie ist ein abgeschlossenes Medizinstudium mit anerkanntem Diplom. Die Weiterbildung umfasst chirurgische Grundkenntnisse und spezifische Ausbildungsinhalte in der Urologie.
Laut verschiedenen Quellen verdienen Fachärzte mit Berufserfahrung in schweizerischen Spitälern oder Kliniken jährlich CHF 140’000 bis CHF 250’000 brutto, abhängig von der Größe des Spitals sowie zusätzlicher Bereitschaftsdienste. Ein leitender Urologe kann ein Gehalt von CHF 200’000 bis CHF 350’000 brutto pro Jahr erzielen, insbesondere in großen oder spezialisierten Kliniken. Niedergelassene Urologen können höhere Einkünfte generieren, wobei der Verdienst stark abhängig ist von der Anzahl der Patienten, den angebotenen Leistungen und der Standortwahl. Durchschnittlich liegt der Gewinn vor Abzügen bei CHF 250’000 bis CHF 400’000 brutto pro Jahr, wobei Praxiskosten und Infrastruktur abzuziehen sind.
Fachärzte für Urologie behandeln Erkrankungen des Urogenitalsystems, führen operative Eingriffe durch und diagnostizieren hormonelle sowie tumorrelevante Probleme. Vorsorge und Früherkennung gehören ebenfalls zum Profil.










