
Die Urologie zählt zu den vielseitigen und anspruchsvollen Facharztrichtungen, da sie konservative Medizin, operative Eingriffe und langfristige Patientenbetreuung miteinander verbindet. Das Fachgebiet befasst sich mit Erkrankungen der Harnorgane bei Männern und Frauen sowie des männlichen Genitaltrakts. Die Weiterbildung ist klar strukturiert, praxisorientiert und dauert insgesamt sechs Jahre. Urologen arbeiten in Spitälern, spezialisierten Zentren oder eigenen Praxen und übernehmen sowohl diagnostische als auch chirurgische Aufgaben. Zudem bietet die Urologie mehrere anerkannte Schwerpunkte und attraktive Einkommensperspektiven. Im Folgenden finden sich alle zentralen Informationen zu Ausbildung, Aufgaben, Einsatzbereichen, Spezialisierungen und Verdienstmöglichkeiten in der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Fachprofil und Tätigkeiten: Urologie kombiniert präzise Diagnostik, konservative Therapie und operative Eingriffe. Es werden Erkrankungen des Harntrakts und des männlichen Genitaltrakts behandelt, oft in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Onkologie, Radiologie und Nephrologie.
- Weiterbildung in der Schweiz: Nach dem Medizinstudium dauert die Weiterbildung zum Facharzt für Urologie sechs Jahre. Dazu gehören eine chirurgische Basisweiterbildung (1 Jahr), fachspezifische Ausbildung (4–5 Jahre) und optionale Anrechnungen aus anderen Fachgebieten.
- Gehalt: Urologen verdienen in der Schweiz durchschnittlich rund 282’000 CHF jährlich. Faktoren wie Berufserfahrung, Arbeitsort und Spezialisierung beeinflussen die Vergütung.
- Arbeitsorte: Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen in Spitälern, Facharztpraxen, Rehabilitationszentren und der Forschung. Universitätskliniken bieten zusätzliche Schwerpunkte in Lehre und hochspezialisierter Medizin.
Wie wird man Urologe?
Der Weg zum Urologen in der Schweiz beginnt mit einem abgeschlossenen Medizinstudium und dem eidgenössischen Arztdiplom. Danach folgt die ärztliche Weiterbildung zum Facharzt für Urologie, die vom Schweizerischen Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung geregelt wird. Die Weiterbildung dauert insgesamt sechs Jahre. Davon entfallen vier bis fünf Jahre auf die fachspezifische Ausbildung in der Urologie. Zusätzlich kann bis zu ein Jahr in urologischen Schwerpunkten absolviert werden.
Verpflichtend ist ausserdem ein Jahr chirurgische Basisweiterbildung, das in der Chirurgie, spezialisierten Traumatologie, Viszeralchirurgie oder Gefässchirurgie stattfindet. Optional lässt sich maximal ein weiteres Jahr in einem anderen medizinischen Fachgebiet anrechnen. Mehr zur Facharztausbildung hier:
Übersicht aller Facharztausbildungen und Fachrichtungen in der Schweiz:
Urologie – Aufgaben
Urologen befassen sich mit der Erkennung, Behandlung, Prävention sowie Nachsorge von Erkrankungen des Harntrakts bei Männern und Frauen sowie des männlichen Genitaltrakts. Das Fachgebiet deckt ein breites Spektrum konservativer und operativer Therapien ab und vereint ambulante, stationäre und notfallmedizinische Tätigkeiten. Urologen behandeln akute wie chronische Erkrankungen und begleiten Patienten oft über längere Zeiträume. Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit, etwa mit Onkologie, Radiologie oder Nephrologie, gehört zum Berufsalltag. Zu ihren alltäglichen Aufgaben gehören folgende Tätigkeiten:
Ambulante und stationäre Diagnostik
- Abklärung von Beschwerden an Nieren, Harnwegen, Blase und Prostata
- Diagnostik bei Harnwegsinfektionen, Harnsteinen, Inkontinenz oder Tumorerkrankungen
- Durchführung klinischer Untersuchungen sowie bildgebender und funktioneller Diagnostik
Therapie und operative Eingriffe
- Konservative Behandlung urologischer Erkrankungen
- Durchführung endoskopischer, minimalinvasiver und offener Operationen
- Versorgung urologischer Notfälle und postoperative Betreuung
Vorsorge, Beratung und Nachsorge
- Früherkennung urologischer Krebserkrankungen
- Langfristige Betreuung bei chronischen urologischen Leiden
- Beratung zu Prävention, Sexualmedizin, Fertilität und Lebensstilfaktoren
Für wen ist die Fachrichtung Urologie interessant?
Die Fachrichtung Urologie eignet sich für Ärzte, die klinische Medizin und operative Tätigkeit miteinander verbinden möchten. Besonders attraktiv ist das Fach für Personen, die sich sowohl für präzise Diagnostik als auch für chirurgische Eingriffe interessieren. Da Urologen Patienten oft über längere Zeit begleiten, spricht die Fachrichtung zudem Ärzte an, die kontinuierliche Betreuung und langfristige Therapiekonzepte schätzen. Gleichzeitig bietet die Urologie ein breites Krankheitsspektrum, weshalb analytisches Denken ebenso wichtig ist wie manuelles Geschick.
Auch das Interesse an moderner Medizintechnik, etwa bei endoskopischen oder minimalinvasiven Verfahren, spielt eine zentrale Rolle. Darüber hinaus ist die Fachrichtung für Ärzte geeignet, die interdisziplinär arbeiten möchten, da enge Schnittstellen zu Onkologie, Radiologie und Nephrologie bestehen. Somit vereint die Urologie Abwechslung, technische Innovation und patientennahe Medizin.
Wo kann man als Urologe arbeiten?
Urologen finden in der Schweiz vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten im stationären und ambulanten Bereich. Ein klassisches Arbeitsfeld sind öffentliche und private Spitäler, in denen sie in urologischen Kliniken oder interdisziplinären Zentren tätig sind. Dort übernehmen sie die Versorgung stationärer Patienten, führen Operationen durch und betreuen Notfälle. Auch Universitätskliniken wie das Universitätsspital Zürich bieten Arbeitsplätze, insbesondere mit Schwerpunkten in Forschung, Lehre und hochspezialisierter Medizin.
Darüber hinaus arbeiten viele Urologen in eigenen oder gemeinschaftlichen Facharztpraxen, wo sie ambulante Diagnostik, Vorsorge und Nachsorge anbieten. Weitere Einsatzfelder bestehen in Rehabilitationskliniken, medizinischen Versorgungszentren sowie in der klinischen Forschung. Auch Tätigkeiten mit operativem oder onkologischem Schwerpunkt sind je nach Einrichtung möglich.
Passende Jobs
Spezialisierungen und Weiterbildungen
Nach dem Erwerb des Facharzttitels für Urologie bestehen in der Schweiz mehrere Möglichkeiten zur weiteren Spezialisierung. Anerkannte Schwerpunkte sind Uro-Onkologie, rekonstruktive Urologie, komplexe Endo-Urologie, Neuro-Urologie sowie Urologie der Frau. Diese Weiterbildungen vertiefen operative, diagnostische und therapeutische Kompetenzen in ausgewählten Teilbereichen. Sie erfolgen an dafür zugelassenen Weiterbildungsstätten und bauen auf der regulären Facharztweiterbildung auf.
Zusätzlich können Urologen durch strukturierte Fortbildungen, Kongresse und klinische Forschung ihre fachlichen Kenntnisse erweitern. Spezialisierungen ermöglichen eine stärkere Profilbildung und eröffnen Tätigkeiten in spezialisierten Zentren oder universitären Einrichtungen.
Urologie – Wie hoch ist der Lohn?
Das Gehalt von Urologen in der Schweiz liegt auf einem sehr hohen Niveau. Das durchschnittliche Jahresgehalt liegt bei rund 282’000 CHF, was einem monatlichen Bruttogehalt von etwa 23’500 CHF entspricht. Die tatsächliche Vergütung variiert jedoch deutlich.
Ein zentraler Einflussfaktor ist der Arbeitsort, da Urologen in Spitälern meist anders vergütet werden als Kollegen in eigener Praxis. Auch die Berufserfahrung spielt eine wichtige Rolle, denn mit zunehmender Routine und Verantwortung steigt das Einkommen. Zusätzlich wirken sich Spezialisierungen, etwa in der Uro-Onkologie oder komplexen Endo-Urologie, positiv auf das Gehalt aus. Ebenso beeinflussen der Beschäftigungsgrad, operative Schwerpunkte sowie Leitungsfunktionen die Vergütung. Mehr zum Arzt Gehalt in der Schweiz:
Häufige Fragen zur Urologie
- Was behandelt ein Urologe?
- Wie lange dauert die Weiterbildung zum Urologen in der Schweiz?
- Was ist die häufigste urologische Erkrankung?
Ein Urologe behandelt Erkrankungen der Harnorgane bei Männern und Frauen sowie des männlichen Genitaltrakts.
Die Facharztweiterbildung dauert insgesamt sechs Jahre nach abgeschlossenem Medizinstudium.
Zu den häufigsten urologischen Erkrankungen zählen Harnwegsinfektionen, die Frauen und Männer aller Altersgruppen betreffen.
- Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF), „Fachärztin oder Facharzt für Urologie – Weiterbildungsprogramm vom 01. Juli 2025“, https://www.siwf.ch/... (letzter Zugriff am 09.01.2026).
- Universitätsspital Zürich, „Fachbereich Urologie“, https://www.usz.ch/fachbereich/urologie/ (letzter Zugriff am 09.01.2026).











