
Die Angiologie ist als Facharztrichtung ein spannendes Teilgebiet der Inneren Medizin und beschäftigt sich mit der Erkennung und Behandlung von Erkrankungen der Blut- und Lymphgefässe. Der Beruf des Angiologen erfordert moderne Diagnostik, präzise Behandlungsmethoden und enge Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Disziplinen. Dieser Artikel zeigt, welche Aufgaben der Beruf umfasst, wie man Angiologe werden kann und gibt Einblicke in Karriere- und Lohnperspektiven.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Dauer der Facharztausbildung: 6 Jahre
- Tätigkeiten: Diagnostik und Behandlung von Gefässerkrankungen, Durchführung moderner Untersuchungen, interventionelle Therapien, prä- und postoperative Betreuung, interdisziplinäre Zusammenarbeit
- Voraussetzungen: wissenschaftliches Interesse, Teamfähigkeit, hohes Engagement, Verantwortungsbewusstsein
- Passende Stellen: Krankenhäuser und Spitäler, Kliniken für Angiologie, spezialisierte Gefässzentren, Arztpraxen mit Gefässschwerpunkt, Rehabilitationszentren, Forschung und Lehre
- Lohn: Assistenzärzte verdienen zwischen CHF 7'200 und 8'300, Oberärzte zwischen CHF 8'400 und 13'500 – abhängig von Erfahrung, Funktion und Institution
Wie wird man Angiologe?
Um Angiologe zu werden, braucht es zuerst ein abgeschlossenes Medizinstudium mit eidgenössischem Arztdiplom. Anschliessend folgt eine mindestens sechsjährige Weiterbildung, die folgendermassen gegliedert wird:
- 3 bis 4 Jahre fachspezifische Weiterbildung
- 2 Jahre nicht-fachspezifische Weiterbildung in der Allgemeinen Inneren Medizin
- Maximal 1 Jahr Option (in anderen klinischen Fachgebieten wie Dermatologie, Gefässchirurgie, Hämatologie, Kardiologie, Radiologie oder Rheumatologie)
Am Ende steht die Facharztprüfung. Mehr zur Facharztweiterbildung in der Angiologie gibt es hier:
Übersicht aller Facharztausbildungen und Fachrichtungen in der Schweiz:
Angiologie – Aufgaben
Die Angiologie ist ein spezialisiertes Teilgebiet der Inneren Medizin und befasst sich mit der Gefässmedizin. Fachärzte für Angiologie diagnostizieren und behandeln Erkrankungen der arteriellen, venösen und lymphatischen Gefässe. Dazu gehören Verengungen, Verschlüsse, Erweiterungen oder Entzündungen sowie Störungen des Blut- und Lymphflusses.
Häufigste Krankheitsbilder u.a.:
- Krampfadern
- Durchblutungsstörungen
- Thrombosen
- „Raucherbein“
Damit Patienten optimal versorgt werden, arbeiten Angiologen eng mit anderen medizinischen Disziplinen zusammen. Häufig stimmen sie sich beispielsweise mit der Radiologie oder der Gefässchirurgie ab, um geeignete diagnostische Schritte einzuleiten oder die bestmögliche Therapie zu planen. Neben der konservativen Behandlung – etwa mit Medikamenten, Kompressionstherapien oder Bewegungstherapie – führen sie auch interventionelle Verfahren wie Katheterbehandlungen oder Gefässaufdehnungen durch.
Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich ist die präoperative und postoperative Betreuung. Angiologen klären Betroffene vor Eingriffen umfassend auf und überwachen den Heilungsverlauf nach Operationen oder Interventionen, damit Komplikationen rechtzeitig erkannt und behandelt werden können. Damit leisten sie einen zentralen Beitrag zur Vorbeugung, Behandlung und langfristigen Betreuung von Gefässerkrankungen.
Typische Untersuchungs- und Behandlungsmethoden
Angiologen verfügen über eine Vielzahl moderner Untersuchungs- und Diagnoseverfahren, um Erkrankungen der Blut- und Lymphgefässe genau abzuklären. Je nach Beschwerdebild kommen verschiedene spezialisierte Sprechstunden sowie bildgebende Verfahren zum Einsatz. Hier eine Auswahl:
Untersuchungsmethoden
- Venensprechstunde
- Angiodysplasiesprechstunde (für vaskuläre Malformationen)
- Diabetische Fuss-Sprechstunde
- Lipidsprechstunde
- Rapporte
- Digitale Angiographie
- MRI- und CT-Angiographien (Röntgenkontrastuntersuchungen)
- Phlebographie
- Mikrozirkulationsuntersuchung
- Duplex-Sonographie (Ultraschalluntersuchung zur Beurteilung der Blutgefässe)
- Oszillographie
- CW-Doppler
- Laufbandergometrie
- Kapillarmikroskopie
- Mikrolymphographie
- Transkutane Sauerstoffpartialdruckmessung
- Laser-Doppler
Behandlungsmethoden
Sind die Ursachen geklärt, können unterschiedliche Behandlungen eingeleitet werden. Diese reichen von konservativen Therapien bis hin zu minimal-invasiven oder operativen Eingriffen:
- Medikamentöse Behandlung
- Ballonkatheter
- Kompressionsverbände
- Endovenöse Lasertherapie
- Vasoaktive Infusionstherapie
- Verödung von Gefässen
- Operation
Für wen ist die Facharztrichtung Angiologie interessant?
Die Fachrichtung Angiologie eignet sich besonders für alle, die sich sowohl für Gefässmedizin als auch für moderne Diagnostik interessieren. Dabei sind nicht nur ein starkes wissenschaftliches Interesse, sondern auch die Bereitschaft, sich kontinuierlich weiterzubilden, von grosser Bedeutung, da sich Untersuchungs- und Behandlungsmethoden laufend weiterentwickeln. Zudem arbeiten Angiologen eng mit vielen anderen Fachgebieten zusammen, weshalb Teamfähigkeit, klare Kommunikation und kooperative Zusammenarbeit entscheidend sind. Darüber hinaus erfordert die Betreuung oft komplexer Patienten überdurchschnittliches Engagement sowie grosses Verantwortungsbewusstsein und Einfühlungsvermögen. Wer daher Freude an präziser Diagnostik, interdisziplinärer Kooperation und langfristiger Patientenbegleitung hat, ist in der Angiologie genau richtig.
Wo kann man als Angiologe arbeiten?
Angiologen arbeiten in sehr unterschiedlichen medizinischen Bereichen und sind dabei in vielfältigen Einrichtungen tätig. Die meisten finden Anstellung in Krankenhäusern, Spitälern oder spezialisierten Kliniken für Angiologie, wo sie sowohl ambulante als auch stationäre Patienten betreuen, Untersuchungen durchführen und Behandlungen begleiten. Darüber hinaus arbeiten viele in spezialisierten Gefässzentren, in denen Angiologie, Radiologie und Gefässchirurgie eng zusammenarbeiten, um die bestmögliche Versorgung sicherzustellen. Zusätzlich gibt es Stellen in Rehabilitationskliniken, medizinischen Kompetenzzentren oder grösseren Arztpraxen mit Gefässschwerpunkt. Wer sich für Wissenschaft, Forschung und die Weiterentwicklung der Medizin interessiert, kann zudem in der Forschung oder Lehre tätig sein, etwa an Universitätskliniken oder Hochschulen.
Passende Jobs
Spezialisierungen und Weiterbildungen
In der Angiologie bestehen verschiedene Möglichkeiten zur Spezialisierung und Weiterbildung. Fachärzte können sich etwa auf bestimmte Gefässbereiche oder spezielle Behandlungsmethoden konzentrieren, wie zum Beispiel die interventionelle Angiologie, die Lasertherapie von Venen oder die Behandlung komplexer Gefässfehlbildungen. Darüber hinaus bieten einige Kliniken und Universitäten zusätzliche Forschungsprogramme oder MD/PhD-Programme an, die eine Kombination aus klinischer Tätigkeit und wissenschaftlicher Arbeit ermöglichen. Regelmässige Fort- und Weiterbildungen sind dabei zentral, um neue Diagnoseverfahren, innovative Therapien und aktuelle Leitlinien in der täglichen Praxis anzuwenden und die Versorgungsqualität kontinuierlich zu verbessern.
Angiologie – Wie hoch ist der Lohn?
Das Gehalt von Angiologen richtet sich unter anderem nach Einrichtung, Region und Berufserfahrung. In öffentlichen Kliniken und Spitälern werden die Gehälter in der Regel durch Gesamtarbeitsverträge festgelegt. So verdienen Assistenzärzte in Berner Spitälern während ihrer Weiterbildung je nach Erfahrung zwischen CHF 7’223 und CHF 8’307 pro Monat. Oberärzte erhalten dort monatlich zwischen CHF 8’459 und CHF 13’534. Mehr zum Arzt Gehalt in der Schweiz hier:
Häufige Fragen zur Facharztrichtung Angiologie
- Wie wird man Angiologe in der Schweiz und wie lange dauert die Facharztausbildung?
- Wie sind die Verdienstmöglichkeiten für Angiologen in Schweizer Spitälern?
- Wo finde ich Angiologie-Stellenangebote in der Schweiz und in welchen Einrichtungen arbeiten Angiologen vor allem?
Um Angiologe in der Schweiz zu werden, braucht es ein abgeschlossenes Medizinstudium mit eidgenössischem Arztdiplom und eine mindestens sechsjährige Weiterbildung nach den Vorgaben des Schweizerischen Weiterbildungsprogramms. Diese umfasst fachspezifische Angiologie, Allgemeine Innere Medizin und optionale Jahre in verwandten Fächern wie Kardiologie oder Radiologie.
In öffentlichen Spitälern der Schweiz sind die Löhne durch Gesamtarbeitsverträge geregelt: In Berner Spitälern verdienen Assistenzärzte in der Angiologie etwa CHF 7’223–8’307 pro Monat, Oberärzte rund CHF 8’459–13’534. Das tatsächliche Gehalt hängt von Funktion, Erfahrung, Kanton und Einrichtung ab.
Angiologen in der Schweiz arbeiten vorwiegend in Akutspitälern, spezialisierten Gefässzentren, Rehabilitationskliniken und grösseren Gruppenpraxen, zunehmend auch in universitären Forschungs- und Lehrinstitutionen. Aktuelle Angiologie Stellenangebote für Assistenzärzte und Fachärzte findest Du gebündelt auf spezialisierten medizinischen Jobportalen wie praktischarzt.ch.









