
Die Chirurgie bietet vielfältige Möglichkeiten zur fachlichen Vertiefung und Spezialisierung. Nach dem Erwerb des Facharzttitels können Ärzte durch gezielte Schwerpunkt-Weiterbildungen ihre Kompetenzen ausbauen und sich auf bestimmte Teilgebiete konzentrieren. Diese Spezialisierungen ermöglichen es, komplexe Krankheitsbilder differenziert zu behandeln und moderne operative Verfahren anzuwenden. Gleichzeitig eröffnen sie neue berufliche Perspektiven, etwa in spezialisierten Zentren oder in leitenden Positionen. Auch die enge Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Disziplinen gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung. Im Folgenden werden die wichtigsten chirurgischen Schwerpunkte, deren Inhalte sowie Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten näher vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Mögliche Schwerpunkte: Zu den möglichen chirurgischen Schwerpunkten zählen die Viszeralchirurgie und die chirurgische Senologie.
- Relevanz: Chirurgische Schwerpunkte ermöglichen eine gezielte fachliche Vertiefung und eröffnen erweiterte Karrierechancen sowie Einsatzmöglichkeiten in spezialisierten Bereichen.
- Dauer der Schwerpunkt-Weiterbildung: Die Schwerpunkt-Weiterbildungen dauern in der Regel zwei Jahre.
- Voraussetzungen: Vorausgesetzt wird ein Schweizer oder anerkannter ausländischer Facharzttitel in Chirurgie.
Chirurgie – Diese Schwerpunkte gibt es
Für Fachärzte der Fachrichtung Chirurgie sind zwei zentrale Schwerpunkt-Weiterbildungen möglich:
- Viszeralchirurgie
- Chirurgische Senologie
Voraussetzungen: Schweizer oder anerkannter ausländischer Facharzttitel Chirurgie; mehr zur Facharztweiterbildung hier:
Chirurgischer Schwerpunkt Viszeralchirurgie
Relevanz: Die Viszeralchirurgie ist lebenswichtig, da sie Erkrankungen, Verletzungen und Tumore der inneren Organe (Magen-Darm-Trakt, Leber, Galle, Bauchspeicheldrüse und Schilddrüse) operativ behandelt. Sie rettet bei akuten Notfällen Leben und ermöglicht durch moderne Eingriffe schnelle Heilung.
Viszeralchirurgen arbeiten eng mit Gastroenterologen zusammen und führen häufig minimalinvasive Eingriffe, etwa mittels Laparoskopie oder moderner Lasertechniken, durch – beispielsweise bei Gallensteinen, Tumoren im Magen-Darm-Trakt oder Hämorrhoiden.
Dauer und Gliederung der Weiterbildung:
Die Weiterbildung im Schwerpunkt Viszeralchirurgie dauert 2 Jahre und gliedert sich wie folgt:
- min. 12 Monate an anerkannten Weiterbildungsstätten der Kategorie V1 (entfällt oder wird reduziert, soweit die Weiterbildung im Rahmen des Facharzttitels an für Chirurgie anerkannten Weiterbildungsstätten in der Schweiz absolviert wurde und diese Weiterbildungsstätten gleichzeitig auch in der Kategorie V1 anerkannt waren; soweit die Bedingung von V1 auf diese Weise erfüllt ist, können die zwei geforderten Jahre auch in den Kategorien V2 und V3 absolviert werden)
- Erfüllung des Operationskatalogs mit mindestens 1’000 Punkten im Gesamt-Operationskatalog Viszeralchirurgie
- Teilnahme an zwei Jahreskongressen der zugehörigen Schweizer Gesellschaften (SGVC, SGG und/oder SASL) und ein Jahreskongress der Schweiz Gesellschaft für Chirurgie (SGC), respektive des Swiss College of Surgeons (SCS) angerechnet werden
- Schwerpunktexamen bestehend aus einer chirurgisch-technischen und einer mündlichen Prüfung
Inhalt: Die Weiterbildung umfasst Abklärung, Indikationsstellung, operative Therapie und Nachbehandlung von Erkrankungen, Verletzungen und Fehlbildungen der parenchymatösen Organe, der Hohlorgane der grossen Körperhöhlen sowie der umgebenden Körperwandungen. Dazu zählen auch die Brustdrüse, die chirurgische Onkologie, die endokrinologische Chirurgie, die Transplantation von Niere und Abdominalorganen sowie die Proktologie.
Für wen interessant? Der Schwerpunkt richtet sich an Chirurgen, die sich gezielt auf komplexe Eingriffe an Bauchorganen spezialisieren und zusätzlich befähigt werden möchten, einen chirurgischen Spitalbetrieb nach modernen Management-Grundsätzen zu führen, etwa mit Blick auf leitende Positionen oder Tätigkeiten in spezialisierten Zentren.
Weitere Informationen zu den Inhalten der Schwerpunkt-Ausbildung gibt es hier:
Chirurgischer Schwerpunkt Senologie
Relevanz: Die chirurgische Senologie konzentriert sich auf die Diagnostik, Indikationsstellung und operative Behandlung von gutartigen und bösartigen Erkrankungen der Brust sowie auf die Nachsorge. Ein zentraler Schwerpunkt liegt in der Behandlung von Patienten mit Brustkrebs, bei denen häufig brusterhaltende Operationen oder die Entfernung von Lymphknoten in der Achselhöhle durchgeführt werden. Dabei ist eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen wie der gynäkologischen Senologie, Onkologie, Radioonkologie und plastisch-rekonstruktiven Chirurgie besonders wichtig, um eine umfassende und bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.
Dauer und Gliederung:
Die Weiterbildung im Schwerpunkt chirurgische Senologie dauert 2 Jahre und muss an für chirurgische oder gynäkologische Senologie anerkannten Weiterbildungsstätten absolviert werden. 6 Wochen der Weiterbildung müssen in folgenden Disziplinen des Brustzentrums absolviert werden (min. 3 Tage pro Disziplin):
- Mammadiagnostik
- Mammapathologie
- Radioonkologie
- Onkologie
- plastisch-rekonstruktive Chirurgie
- Sprechstunde für hereditäre Tumorerkrankungen
Weitere Informationen zu den Inhalten der Schwerpunkt-Ausbildungen gibt es beim SIWF:
Programm Schwerpunkt chirurgische Senologie
Mehr zu Facharztausbildungen und Facharztrichtungen:
Chirurgische Schwerpunkte – Karriere und Lohn in der Schweiz
Chirurgische Schwerpunkte spielen eine wichtige Rolle für die berufliche Weiterentwicklung und Positionierung von Fachärzten in der Schweiz. Durch eine solche Spezialisierung können Chirurgen gezielt anspruchsvolle Aufgaben übernehmen und sich in bestimmten Teilgebieten profilieren. Entsprechend eröffnen sich breitere Einsatzmöglichkeiten. Viele üben ihren Schwerpunkt in Spitälern aus. Darüber hinaus bestehen Tätigkeitsfelder in spezialisierten Zentren oder in interdisziplinären Teams mit anderen Fachrichtungen. Mit zunehmender Erfahrung sind auch leitende Funktionen oder Tätigkeiten in der Ausbildung möglich, und teilweise besteht die Option, in einer eigenen Praxis oder in Kooperation mit anderen Fachärzten tätig zu sein.
Da chirurgische Schwerpunkte auf einer fachärztlichen Ausbildung aufbauen, liegt das Einkommen in der Regel im Bereich von Fach- oder Oberarztstellen und kann mit wachsender Erfahrung, Spezialisierung und Übernahme von Führungsaufgaben deutlich ansteigen. Oberärzte verdienen im Schnitt etwa CHF 9’300, leitende Ärzte rund CHF 12’100 und Chefärzte knapp CHF 14’000 monatlich. Mehr zum Arzt-Lohn hier:
- Arzt Gehalt Schweiz – welchen Lohn hat ein Arzt?
- Oberarzt Schweiz – Lohn & Gehalt im Überblick
- Chefarzt Schweiz – Lohn & Gehalt im Überblick
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Häufige Fragen zu chirurgischen Schwerpunkten
- Was ist ein chirurgischer Schwerpunkt?
- Wie lange dauert eine chirurgische Schwerpunkt-Weiterbildung?
- Welche Voraussetzungen müssen für eine chirurgische Schwerpunkt-Weiterbildung erfüllt sein?
- Wo können Ärzte mit Schwerpunktdiplom arbeiten?
- Wie wirkt sich ein Schwerpunkt auf das Gehalt aus?
Ein chirurgischer Schwerpunkt ist eine zusätzliche Spezialisierung nach der Facharztausbildung zum Chirurgen, die vertiefte Kenntnisse und praktische Fähigkeiten in einem bestimmten Teilgebiet vermittelt.
Die Weiterbildungen dauern in der Regel zwei Jahre und finden an anerkannten Weiterbildungsstätten statt.
Voraussetzung für einen chirurgischen Schwerpunkt ist ein Facharzttitel in Chirurgie, der in der Schweiz anerkannt ist.
Fachärzte mit einem chirurgischen Schwerpunkt arbeiten vor allem in Spitälern, spezialisierten Zentren oder interdisziplinären Teams und können auch leitende Positionen übernehmen.
Die Tätigkeit in einem chirurgischen Schwerpunktbereich kann zu besseren Karrierechancen führen und ermöglicht mit zunehmender Erfahrung in der Regel ein höheres Einkommen, insbesondere in leitenden Funktionen.












