
Der Facharzt Radioonkologie/Strahlentherapie arbeitet an der Schnittstelle zwischen Medizin, Physik und Technik und tragen entscheidend dazu bei, bösartige Tumoren gezielt zu behandeln und gleichzeitig gesundes Gewebe zu schonen. Die Weiterbildung zum Facharzt für Radioonkologie/Strahlentherapie vermittelt das Wissen und die Fertigkeiten, die für die selbstständige Behandlung von Krebspatienten erforderlich sind. Sie kombiniert fundierte theoretische Grundlagen mit praktischer Erfahrung im klinischen Alltag und bietet damit Ärzten in der Schweiz ein anspruchsvolles, aber vielseitiges Berufsfeld mit langfristigen Perspektiven.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste zum Facharzt für Radioonkologie und Strahlentherapie in Kürze
- Behandelt Tumorerkrankungen mit Strahlentherapie und koordiniert Chemo-, Hormon- und Immuntherapien
- Übernimmt die umfassende Betreuung von Krebspatienten in interdisziplinären Tumorboards
- Weiterbildung in der Schweiz: 5 Jahre (4 Jahre Radioonkologie/Strahlentherapie, 1 Jahr verwandtes Fach), Abschluss mit Facharztprüfung
- Forschungstätigkeit kann angerechnet werden und ermöglicht wissenschaftliche Schwerpunkte
- Arbeitsorte v. a. Universitäts- und Kantonsspitäler, onkologische Zentren, Reha- und Palliativkliniken sowie Forschung und Industrie
Facharzt Radioonkologie/Strahlentherapie – Tätigkeiten
Die Radioonkologie (auch Strahlentherapie oder Radiotherapie) ist ein medizinisches Fachgebiet zur Behandlung gut- und bösartiger Tumorerkrankungen. Fachärzte für Radioonkologie übernehmen dabei eine zentrale Rolle:
- Erste Ansprechpartner für Krebspatienten – sie koordinieren Strahlen-, Chemo-, Hormon- und Immuntherapien
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Chirurgie, Onkologie und Radiologie zur Entwicklung ganzheitlicher onkologischer Behandlungskonzepte
- Umfassende Patientenbetreuung – stationär und ambulant, einschließlich psychoonkologischer und ethischer Aspekte.
- Strahlenschutz: Fachärzte gelten als Sachverständige und verantworten den sicheren Betrieb strahlentherapeutischer Anlagen.
Mehr zu Tätigkeit, Gehalt und Karriere als Strahlentherapeut hier:
Als Radioonkologe arbeiten – Die Facharztrichtung Radioonkologie / Strahlentherapie
Übersicht aller Facharztausbildungen und Fachrichtungen:
Weiterbildung Facharzt Radioonkologie / Strahlentherapie – Voraussetzungen
Voraussetzung für die Weiterbildung ist ein abgeschlossenes Medizinstudium mit eidgenössischem Arztdiplom oder einem gleichwertig anerkannten Abschluss.
Dauer und Gliederung der Weiterbildung Facharzt Radioonkologie/Strahlentherapie
Die Weiterbildung zum Facharzt für Radioonkologie/Strahlentherapie dauert insgesamt fünf Jahre. Sie gliedert sich in:
- Vier Jahre fachspezifische klinische Weiterbildung im Gebiet der Radioonkologie/Strahlentherapie
- Ein Jahr nicht-fachspezifische Weiterbildung in einem verwandten medizinischen Fachgebiet
Mindestens ein Jahr der fachspezifischen Weiterbildung muss an einer zweiten Weiterbildungsstätte – also an einem anderen Spital – absolviert werden.
Im Rahmen der nicht-fachspezifischen Weiterbildung können bis zu zwölf Monate klinischer Tätigkeit in Disziplinen wie Allgemeiner Innerer Medizin, Chirurgie, Gastroenterologie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Hämatologie, Kinder- und Jugendmedizin, Medizinischer Onkologie, Neurologie, Neurochirurgie, Nuklearmedizin, Radiologie oder Urologie anerkannt werden.
Forschungstätigkeiten auf dem Gebiet der Radioonkologie können bis zu zwölf Monate, in anderen Fachgebieten bis zu sechs Monate angerechnet werden. Eine abgeschlossene MD/PhD-Ausbildung wird ebenfalls mit rund zwölf Monaten berücksichtigt. Diese Flexibilität ermöglicht eine individuelle Schwerpunktsetzung, beispielsweise im klinischen oder wissenschaftlichen Bereich.
Inhalte der Weiterbildung Facharzt Radioonkologie/Strahlentherapie
Zu den zentralen Inhalten zählen:
- Strahlenphysik und Strahlenbiologie: Grundlagen der Wechselwirkungen ionisierender Strahlung mit Tumoren und gesundem Gewebe bei diagnostischer und therapeutischer Anwendung
- Bestrahlungsplanung und Bildgebung: Nutzung bildgebender Verfahren wie Computertomographie, Ultraschall oder Röntgensimulatoren zur Therapieplanung
- Indikationsstellung und Therapieplanung: Auswahl geeigneter Verfahren sowie Durchführung der Strahlentherapie bei verschiedenen Tumorarten
- Begleitbehandlungen: Medikamentöse und physikalische Massnahmen zur Verstärkung der Strahlenwirkung, Anwendung strahlensensibilisierender und radioprotektiver Substanzen
- Kombinationsbehandlungen: Integration von Chemo-, Hormon- und Immuntherapien sowie Hyperthermie in interdisziplinäre Therapiekonzepte
- Medikamentöse Tumortherapie: Erwerb der gebietsbezogenen Zusatz-Weiterbildung als integraler Bestandteil der Facharztqualifikation
- Palliativmedizin, Nachsorge und Rehabilitation: Betreuung von Tumorpatienten in allen Krankheitsphasen
- Ernährungsmedizin und psychosoziale Aspekte: Diätberatung, Umgang mit psychogenen Symptomen, somatopsychischen Reaktionen und psychosozialen Zusammenhängen
- Strahlenschutz: Sicherheit für Patienten und Personal, Dosimetrie, Überwachung und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften
- Technische Fertigkeiten: Anwendung bildgebender Verfahren, Kenntnisse in der medizinischen Physik und im technischen Betrieb der Anlagen
Zur Weiterbildung gehören ausserdem Kenntnisse über Chemotherapiezyklen, Infusions- und Transfusionstherapie, Blutersatzmassnahmen sowie die kontinuierliche Fortbildung im Strahlenschutz.
Weiterbildung Facharzt Radioonkologie/Strahlentherapie – Facharztprüfung
Nach Abschluss der fünfjährigen Weiterbildung erfolgt die Facharztprüfung in Radioonkologie/Strahlentherapie. Sie überprüft, ob die angehenden Fachärzte über das erforderliche theoretische Wissen und die praktischen Fähigkeiten verfügen, um eigenständig und verantwortungsvoll in ihrem Fachgebiet tätig zu sein.
Die Prüfung besteht aus zwei Teilen:
- Theoretisch-schriftlicher Teil: Dauer etwa 180 Minuten, überprüft das Wissen über die allgemeinen Grundlagen der Radioonkologie.
- Praktisch-mündlicher Teil: Drei Teilprüfungen von jeweils 45 Minuten Dauer.
Die erste Teilprüfung befasst sich mit Patientenaufklärung, Therapiekonzepten und der Planung beziehungsweise Durchführung der Radiotherapie.
In der zweiten Teilprüfung werden bis zu vier onkologische Fälle in einer Falldiskussion behandelt.
Der dritte Teil umfasst eine physikalisch-technische Prüfung mit Fragen zur medizinischen Physik, Strahlenbiologie und zum Strahlenschutz.
Erst nach erfolgreichem Bestehen beider Prüfungsteile wird der Titel „Facharzt für Radioonkologie/Strahlentherapie“ verliehen.
Jobs als Arzt in der Radioonkologie/Strahlentherapie
Fachärzte für Radioonkologie/Strahlentherapie sind in vielen medizinischen Einrichtungen gefragt. Einsatzorte sind insbesondere:
- Universitäts- und Kantonsspitäler
- Onkologische Zentren und spezialisierte Strahlentherapieabteilungen
- Rehabilitationskliniken und palliativmedizinische Einrichtungen
- Forschungseinrichtungen und Hochschulen
- Medizinische Industrie, etwa in der Entwicklung strahlentherapeutischer Geräte oder in der pharmazeutischen Forschung
Durch die steigende Zahl onkologischer Erkrankungen und den technischen Fortschritt in der Strahlentherapie ist die Nachfrage nach qualifizierten Radioonkologen in der Schweiz konstant hoch. Die Fachrichtung bietet daher langfristig sichere Perspektiven und vielfältige Möglichkeiten zur Spezialisierung, Lehre oder Forschung.
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Häufige Fragen zur Weiterbildung zum Facharzt für Radioonkologie/Strahlentherapie
- Wie werde ich Facharzt für Radioonkologie/Strahlentherapie in der Schweiz?
- Wo arbeiten Radioonkologen in der Schweiz typischerweise?
- Wie sind Karrierechancen und Gehalt für Radioonkologen in der Schweiz?
- Assistenzarzt: rund CHF 80’000 bis 110’000 pro Jahr
- Oberarzt: etwa CHF 130’000 bis 180’000 jährlich
- Leitender Arzt: CHF 200’000 bis 250’000
- Chefarzt: über CHF 300’000 im Jahr möglich
So wird man Radionkologe: Mit eidgenössischem Arztdiplom (oder anerkanntem Abschluss), anschliessend 5-jährige Weiterbildung und bestandener Facharztprüfung.
Radioonkologen arbeiten in der Schweiz typischerweise an Universitäts- und Kantonsspitälern, onkologischen Zentren, Reha- und Palliativkliniken sowie in Forschung und Industrie.
Die Nachfrage nach Radioonkologen ist hoch, die Karriereperspektiven sind gut; das Gehalt richtet sich nach Funktion, Erfahrung und Kanton. Orientierungswerte:












